Wählergemeinschaft: Schulneubau ist noch nicht vom Tisch

Veröffentlicht am 24. August 2020

Die neue Wählergemeinschaft „ZUKUNFT Schermbeck“ möchte die beiden bestehenden Grundschulstandorte erhalten und warnt: Mit dem Ratsbürgerentscheid sei letztlich nur das Bildungszentrum abgelehnt worden, nicht aber ein teurer Neubau einer großen Grundschule. Die Wählergemeinschaft möchte erreichen, dass der Ratsbeschluss ausgesetzt wird.

Der von drei PARTEI-Mitgliedern initiierte Ratsbürgerentscheid zum Bildungszentrum mit einer neuen großen Grundschule ist bekanntlich gescheitert. 2.869 Schermbecker entschieden sich gegen einen Schulneubau samt Bildungszentrum, für das Projekt gab es nur 968 Ja-Stimmen. Obwohl sich 75 Prozent der teilnehmenden Wähler gegen einen Neubau entschieden haben, ist das Thema Schulneubau noch nicht vom Tisch, warnt die Wählergemeinschaft: Es gelte weiterhin der Ratsbeschluss vom Oktober 2019, der einen Neu- und Umbau der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) zu einer großen Grundschule sowie die Aufgabe der katholischen Maximilian-von-Kolbe-Grundschule (Teilstandort) vorsieht.

Anders als CDU, SPD und Grüne möchte „ZUKUNFT Schermbeck“ die funktionierende Grundschullandschaft mit zwei familiären Standorten aber nicht zerschlagen und gar werthaltige Gebäude abreißen. Besonders in Zeiten von Corona seien zwei kleine Schulen vorteilhafter als eine große Grundschule. Der bessere Weg als ein Abriss ist aus Sicht der neuen Wählergemeinschaft eine kostensparende Modernisierung mit Fördergeldern – wie in Dorsten, wo die Schulen seit Jahren schrittweise mit Fördermitteln modernisiert werden, kosteneffizient für den Dorstener Haushalt und damit kostensparend für die Bürger.

Ratsbeschluss aussetzen

Der Ratsbeschluss vom Oktober 2019, der einen Schulneubau für rund 13 Mio. Euro am Standort der GGS vorsieht, ist aus Sicht von „ZUKUNFT Schermbeck“ dringend auszusetzen. Die Wählergemeinschaft setzt sich für eine Modernisierung der beiden bestehenden Grundschulstandorte mit Fördermitteln ein. Auch die stets erwähnte Digitalisierung der beiden Standorte und die Vorbereitungen für digitalen Unterricht könnten mit geringen Mitteln gebäudeunabhängig erfolgen. „ZUKUNFT Schermbeck“ stellt derzeit bei Kompetenzabenden zusammen mit dem Bildungsexperten und Apple-Teacher Stephan Leifeld entsprechende Konzepte vor. Am Freitag, 28. August, zeigt Leifeld, wie eine Unterrichtsstunde online erfolgen kann.

Die Vorteile von zwei Standorten seien weiterhin immens. Insbesondere in der aktuellen Phase: Trete eine Corona-Infektionswelle an einem Standort auf, könne der andere Standort möglicherweise geöffnet bleiben. Wissenschaftler haben zudem in etlichen Studien nachgewiesen, dass kleine Grundschulen sich besser auf den Lernerfolg von kleinen Schülern auswirken. Eine sichere Zuwegung und die Nähe zum Wohnort sind weitere Argumente, die für die Beibehaltung der Grundschullandschaft mit zwei Standorten sprechen – zumal die Maximilian-Kolbe-Schule im Ortskern und damit ideal liegt.

Ratsmandate für Erhalt der Grundschulen

Erringt die Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl Ratsmandate, möchte sie sich dafür stark machen, dass der Rat seinen Beschluss für einen Neubau aussetzt und eine Bürgerbeteiligung zur Grundschulfrage ermöglicht. Die hat es bislang nicht gegeben: Eine Elternbefragung wurde frühzeitig gestoppt, bei der Präsentation der Machbarkeitsstudie wurde die ursprünglich angekündigte Diskussions- und Fragestunde nicht durchgeführt. Ein Bürgerbegehren wurde für unzulässig erklärt …

Aus Sicht von „ZUKUNFT Schermbeck“ ist eine richtige und ehrliche Bürgerbeteiligung in der Grundschulfrage jedoch notwendig – nicht zuletzt auch deshalb, weil ein teurer Neubau möglicherweise mit höheren Grund- und Gewerbesteuern verbunden sei. Für den Erhalt einer katholischen Grundschule habe sich zudem in den 1990er Jahren eine breite Mehrheit der Schermbecker ausgesprochen, als die Maximilian-Kolbe-Schule bereits schon einmal auf der Kippe stand. Damals wurde vereinbart, dass die freiwillige Aufgabe des Standorts nur durch einen entsprechenden Elternbeschluss erfolgen kann. Diese damalige Vereinbarung wurde von der Ratsmehrheit bei der Entscheidung für die Planung für eine große Grundschule ignoriert. „ZUKUNFT Schermbeck“ will den Neubau-Beschluss daher aussetzen.

Mach mit!

Adresse

Wählergemeinschaft
ZUKUNFT Schermbeck
Rüster Weg 36
46514 Schermbeck

Telefon

0800 20 06 1975

E-Mail

info@zukunft-schermbeck.de